Rezension Im Finsteren Eis - Bracken MacLeod -

 

Rezension Im Finsteren Eis

- Bracken MacLeod -

 
 In der Kälte hört dich niemand schreien...!
 
 
 


 Titel: Im Finsteren Eis
 Autor: Bracken MacLeod
 Verlag: Heyne Verlag
Übersetzung: Frank Dabrock 
Erscheinungstag: 11.09.2017
Seitenzahl: 416 Seiten
Format: Taschenbuch
Stand alone


Inhalt:

Als sich die Crew des Versorgungsschiffes Arctic Promise plötzlich im Zentrum eines Orkans findet, ahnen die von Wind und Wetter gehärteten Männer nicht, dass dies erst der Beginn ihrer Irrfahrt ist. Vom rücksichtslosen Kapitän immer weiter in die schwarze, eisige See getrieben, läuft das Schiff in einer gigantischen Eisscholle auf. In Kälte und Dunkelheit eingeschlossen, bricht eine seltsame Krankheit unter den Männern aus. Doch sie sind nicht alleine. In der Ferne sind die Umrisse eines zweiten Schiffes zu sehen. Dunkel, bedrohlich … In ihrer Verzweiflung machen sich die Überlebenden auf, um nach Rettung zu suchen. Sie ahnen nicht, dass in dem Schiff bereits etwas haust … etwas Böses …

Meinung:

Anfang Januar zog bei uns auch endlich der Winter ein. Bitterkalte Nächte, ein bisschen Schnee und ganz viel in Grau zeigte sich meine Welt. Also ab zum Bücherregal, ein stimmungsvolles Buch rausgefischt und eingemummelt in eine Decke. Das Cover, der Titel, der erste Satz, perfekt für meine Stimmung und die Jahreszeit.
 
Wir erleben Noah auf einem Schiff mitten im Sturm. Die eiskalte See peitscht an den Rumpf und die Wassermassen treibt die Minusgrade in den Körper. Die komplette Besatzung kämpft ums Überleben und als sich der Strum endlich legt, fahren sie direkt in eine Nebelwand. Die Instrumente fallen aus und der Kapitän sieht die Hand vor Augen nicht. Nicht lange und das Frachtschiff kommt vom Kurs ab und bleibt in den Eismassen stecken. Ein Schatten am Horizont lässt alle auf Rettung hoffen, doch was sich wirklich hinter dem Nebel verbirgt, weiß keiner.
 
Hier haben wir einen richtig starken Start. Unglaublich tolle Sätze ziehen uns in die ersten Zeilen und mitten auf das Deck der Arctic Promise. Noah und seine Kameraden kämpfen um jede trockene Stelle und als dann noch ein Brand im Rumpf des Schiffes ausbricht, zeigt sich nicht viel Hoffnung. Brewster der Kapitän ist ein griesgrämiger Kerl, der sich ungern in Karten schauen lässt. Vor allem nicht von seinem Schwiegersohn Noah, aus dessen Perspektive wir alles erleben. Ich muss sagen, mir sind wenige Mitglieder der Crew ans Herz gewachsen, aber von allen am wenigsten: Noah. Er hat mich so oft aufgeregt mit seiner selbstgefälligen, überheblichen Art sich immer wieder in die Opferrolle zu sehen, das war einfach nur anstrengend. Am Anfang passiert wirklich viel und der Start war nicht nur spektakulär, sondern auch voll mit Leid. Ein paar Verunfallte, ein paar Tote und viele Kranke beschreiben die Besatzung recht gut, aber nicht einer war dabei, der mein Mitleid erregt. Dann passiert lange Zeit rein gar nichts. Sie versuchen jeden Tag das Schiff freizubekommen, Mobben sich alle gegenseitig mit ihren letzten Kraftreserven und im Großteil schwelgt Noah in Erinnerungen an die Heimat und was er zu Hause zurückgelassen hat. Sehr oft werden wir mit Wiederholungen und Selbstmitleid geplagt und das war einfach nur anstrengend. Dann bekommt das Buch eine übernatürliche Seite und denkt, das könnte die Spannung heben. Leider zu wenig. Unerklärliches trifft auf Unverständnis und der Groll wuchs an bei mir. Dazu kommen noch leichte Verwirrung, weil man nicht so recht sagen kann, in welcher Zeit wir uns befinden und die unglaublich langen Kapitel rauben einen dann noch die restliche Motivation. Gegen Ende wird es dann wieder wirklich spannend, aber das reicht mir leider nicht für eine gute Bewertung. Wäre das tolle Setting und die vereiste Gefahr nicht gewesen, hätte mich das Buch in ein richtiges Lesetief gestürzt. Aber so konnte ich es mit etwas überfliegen beenden.
 


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