Rezension Tödliche Tiefen - John Marrs -

 

Rezension Tödliche Tiefen

- John Marrs -

 

Wie oft muss er sterben, um die Wahrheit zu erfahren? Ein eiskalter Psychothriller von Bestsellerautor John Marrs
 
 
 


 Titel: Tödliche Tiefen
 Autor: John Marrs
 Verlag: Edition M Verlag
Erscheinungstag: 12.01.2026
Seitenzahl: 439 Seiten
Format: Ebook
Stand alone


Inhalt:

Eiskaltes Wasser, keine Luft zum Atmen: Panisch erkennt Damon, dass er sterben wird. Die Wette, im winterlichen Meer zu schwimmen, endet verhängnisvoll. Erinnerungen laufen wie Filmsequenzen vor seinen Augen ab. Ex-Frau, Job, Freunde – und ein unbekannter toter Junge. In letzter Sekunde wiederbelebt, fragt er sich verwirrt: Wer war das Kind? Der Junge lässt Damon im Alltag nicht los. Herauszufinden, wer es ist, wird für ihn zur Obsession.

Er taucht in seine zerbrochene Vergangenheit ein. Doch statt Antworten zu bekommen, stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Es scheint nur einen Weg zu geben: Er muss erneut sterben und wiederbelebt werden. Einmal, zweimal, dreimal – bis er die Wahrheit kennt. Aber auf der Suche nach jemandem, der ihm dabei hilft, gerät er an die Falsche …

Meinung:

Gleich wo ich gesehen habe, dass es neuen Stoff von John Marrs zu lesen gibt, musste ich mein Kindle zur Hand nehmen und stöbern. Witzigerweise lese ich alle Bücher von ihm auf dem Ebook-Reader und das Einzige, was mir noch fehlt ist "Eine gute Seele", was als Taschenbuch zu Hause auf dem Sub schmorrt. Man könnte sich einreden, dass es eine eiserne Reserve ist, um mich gegebenenfalls aus einer drohenden Leseflaute zu holen, aber das ist doch auch nur eine Ausrede... ;)

 Wir begleiten hauptsächlich Damon, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Den Anfang macht eine Challenge zwischen ihm und seiner Ex-Frau Melissa, wobei er von einer Welle erfasst wird und ertrinkt. Melissa gibt alles um ihn zu retten, aber diese Nahtoderfahrung ändert sein ganzes Leben. Plötzlich sieht er überall einen toten Jungen und mit seinen Erinnerungslücken aus seiner Kindheit, bahnt sich eine Psychose an, die schwer heilbar zu sein scheint.

 Obwohl es hauptsächlich um Damon geht, hören wir auch in andere Perspektiven mit rein. Zum einen ist da noch Melissa, Helena und Laura. Die Mädels runden das Bild, was wir von Damon erhalten perfekt ab und sie kennen ihn aus unterschiedlichen Lebensabschnitten, die uns fast zu sehr weiter helfen, um die Lösung zu erfahren. Das ist eigentlich auch mein größter Kritikpunkt an dem Buch, dass ich mir schon dachte, worauf das alles hinausläuft und man gegen Ende null Überraschung mehr hat. Ich kenne die Bücher von John Marrs eigentlich anders und das war schon das zweite Buch in Folge, wo ich leichthin enttäuscht werde.

Manche Erinnerungen von Damon sind etwas konfus, aber wir befinden uns hauptsächlich in seinem Kopf und müssen nehmen, was wir bekommen. Aber trotz der großen Veränderung die Damon hier im Buch erlebt, bleibt er ein authentischer und sympathischer Charakter, ebenso wie Melissa. Man merkt wie sie als Sanitäterin immer wieder mit der Moral in Bredouille kommt und eigentlich nur helfen will. Das Erzähltempo ist dabei doch recht gemächlich und wir überspringen keine elementar wichtigen Informationen. Spannend bleibt es auch, da Damons Entscheidungen sehr emotional getroffen werden und wer sich nicht in seiner Situation befindet, da könnte es doch sehr befremdlich wirken. Die Kapitel sind dabei recht kurz und umfassen meist nur 1 oder 2 Seiten, was uns zu einer beachtlichen Kapitelanzahl von über 100 bringt. Interessant war hier vor allem für mich die Schilderung der Nahtoderfahrung. Was sieht Damon, wie nimmt er den Tod wahr und was passiert nachdem Aufwachen. Dabei schleicht sich auch eine Protagonistin aus einem anderen Band ins Buch, die ganz hervorragend hier reinpasst. Auch das Ende geht weit über ein eigentliches Ende hinaus und bietet sehr viel Interpretationsspielraum. Ich mag die tiefen Thematiken in all seinen Büchern und wo die Grenzen für Bewusstsein und Menschsein enden können.

Also mit einem weinenden Auge, aufgrund der fehlenden Plotttwists und einem lachenden, wegen der tollen Schlüsse, die man für sich ziehen kann, beende ich das aktuelle Buch des Autors. Ich freue mich nichts desto trotz auf sein Nächstes und bin gespannt mit welchen Themen er diesmal aufwartet, denn das sind immer Überraschungen.

 



 

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