Rezension Tinte und Schwert - Matthias Soeder -

 

Rezension Tinte und Schwert

- Matthias Soeder -

 
Ein fesselndes Rachedrama über die moralischen Kosten des Krieges...!
 
Band 1: Verwandlung
Band 2: Verzweiflung
Band 3: Vergeltung
 
 

- Verwandlung -

 


 Titel: Tinte und Schwert - Verwandlung
 Autor: Matthias Soeder
 Verlag: Feuertanz Verlag
Erscheinungstag: 10.02.2026
Seitenzahl: 480 Seiten
Format: Paperback
Band 1: Verwandlung  - Reihe Tinte und Schwert
 

Inhalt:

Der Priesteranwärter Jacob Wolffen erlebt im Herbst 1618 die Ermordung seiner Familie durch Söldner des Dreißigjährigen Krieges. Statt ins Priesterseminar zu gehen, wird er in Mansfelds Armee verschleppt. Getrieben von einem unerschütterlichen Rachegelübde, muss Jacob seine friedfertige Seele abstreifen und sich in einen gerissenen Kämpfer verwandeln, um den sadistischen Leutnant Heinrich von Hohenfels zu töten.
In Pilsen trifft er auf die Heilerin Anna Dillenberger, die ihm zeigt, dass man Intrigen und Verrat nutzen muss, um eine ganze Armee zu Fall zu bringen. Doch der Weg zur Gerechtigkeit führt durch Todsünden. Jacob steht vor dem schrecklichsten Dilemma seines Lebens. 


Meinung:

Dieses wunderbare Buch habe ich auf dem Portal von Vorablesen entdeckt. Ich fand den 30-jährigen Krieg schon immer interessant und durch eine blöde Überleitung in der mündlichen Geschichtsprüfung hatten meine Abilehrer das auch glatt als zusätzliches Prüfungthema auserkoren. Da ich gerade sehr gern im historischen Bereich lese und das immer noch den Thrillern vorziehe, musste ich mich also dafür bewerben. Siehe da, es hat geklappt und umso mehr freute ich mich über ein Autogramm des Autoren auf der Titelseite. 
 
Wir starten im Buch mit Jacob Wolffen, der Sohn einer bäuerlichen Familie, die nicht nur Bräuche und Traditionen hoch anrechnet, sondern auch den Glauben und deshalb soll Jacob den Weg des Priesters bestreiten. Auf der anderen Seiten lernen wir Graf Heinrich von Hohenfels und seinen Berater Moritz kennen. Sein Vater hat sich mit der Grafschaft hoch verschuldet und schickt nun Heinrich in den Militärdienst. Der anfängliche Frieden im Land passt dazu mit nichten, aber seine Unberechenbarkeit belohnt ihn schlussendlich mit einer Anstellung. 
 
Jacob war mir von Beginn an sehr sympathisch. Ein aufgeweckter Junge, ohne böse Gedanken hat es nicht leicht in Familie und Freundeskreis mit seiner Bildung. Er hinterfragt viel, wird viel geqält und bleibt dabei aber ruhig und lässt es über sich ergehen. Wogegen Graf Heinrich von Hohenfels und sein Berater Moritz mit schlechten Gedanken und Taten aus der Not heraus agieren und sich dabei nicht nur einen Feind machen. Es wird wenig um die familären Zusammenhänge gesprochen, aber die Beschreibung von Land und handelnden Leute ist völlig ausreichend um sich schnell ins Buch zu finden. Die Zeit war hart und grausam und genauso erlesen wir auch die Seiten. Schonungslos wird uns hier alles bis ins Detail berichtet, aber nie langweilig. Gerade der Prolog und auch die Hexenverbrennung am Anfang zeigen uns schnell welch brutalen und detaillierten Schreibstil der Autor hat. Das mochte ich sehr. Man hat mich nicht nur von der ersten Seite ins Buch gezogen, sondern ich hatte stellenweise wirklich das Gefühl, dass ich dabei war. Durch die vielen Sinne, die hier bedacht werden bekommt man schnell ein komplett rundes Bild und das war klasse gemacht. Auch war die Entwicklung, die die Protagonisten durchleben, absolut authentisch und nachvollziehbar. Die Kapitel sind immer recht lang, weil sie jeweils entweder Heinrich oder Jacob begleiten, aber stört überhaupt nicht und man möchte gar nicht aufhören zu lesen. Später stößt noch Annas Perspektive dazu und wir erleben die Angst einer jungen Frau mitten in den Hexenprozessen.
 
Das Zusammenspiel aus der altertümlichen Sprache, der kargen, rauen Zeit und den blutig, brutalen Ereignissen haben wir hier einen grandiosen Pageturner, den ich jeden nur ans Herz lege, der sich mit historischen Romanen anfreunden kann. Große Empfehlung von meinem ersten Highlight des Jahres und ich freue mich ungemein auf jeden weiteren Band der Reihe und behalte den Autor gut im Blick!
 




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