Rezension Yellowface - Rebecca F. Kuang -
Rezension Yellowface
- Rebecca F. Kuang -

Inhalt:
Meinung:
June und ihre Freundin Athena sind Autorinnen und Freundinnen. Nachdem Athena plötzlich stirb, klaut June ihr Manuskript und veröffentlicht das Buch unter ihrem Namen um auch so einen grandiosen Erfolg zu haben wie Athena. Bloß welche Fragen werden dabei eröffnet? Ab wann spricht man von einem Plagiat? Wo beginnt geistiger Diebstahl? Braucht
es die richtige Hautfarbe um gewisse politische Themen in die Hand zu
nehmen? Wie dünn wird die Luft für Autorinnen, die es bis nach ganz
oben geschafft haben, tatsächlich? Ist die Buchbranche ein riesengroßes
Haifischbecken? Was macht SocialMedia mit unserer Gesellschaft? Und was wird schlussendlich aus June und ihrem Buch?
Wenn ich wüsste, wie ich mit dieser Rezi anfangen soll, wäre die schon lange fertig. June ist eine so egoistisch, unbelehrbare, fixierte, unkreative und vor allem unsympathische Protagonistin, sodass mich das Buch total zwischen die Stühle gebracht hat. Auf der einen Seite ist man dermaßen von diesen Charaktereigenschaften genervt, dass man ihr alles schlechte wünscht, andererseits sind ihre Gründe stellenweise völlig nachvollziehbar und schon ein wenig berechtigt. Rein moralisch gesehen, findet ihr viele Dinge, um die sich streiten lässt, aber genau das hat mich am Ball gehalten. Mich hat schon interessiert, ob alles rauskommt und wie es ihr auf die Füße fällt. Ich fand dabei auch den Schreibstil richtig gut, er hatte Humor, war einleuchtend, nicht zu durcheinander und schön strukturiert. Gut, wie in jedem Buch der Autorin gibt es sogar hier kleine Längen, aber das lag hauptsächlich an den langen Kapiteln und den jammervollen Bemitleidungen Junes, wie sie von einer Depression in die Nächste fällt. Das hat sich für mich ein wenig zu oft wiederholt, was dem Ganzen aber seinen melancholischen Nachdruck verliehen hat. Nur mag man June einfach nicht und deshalb hat man auch kein Mitleid und ist genervt. Dabei muss man dazu sagen, dass Athena auch nicht so sympathisch rüberkommt und man sich schlecht entscheiden kann. Aber Athena ist durch ihren Tod schlecht handlungsfähig und kann sich beim Leser nicht beliebter machen, was June wirklich versucht, damit alles nur noch schlimmer macht. Ihre Ich-Perspektive begleitet uns das ganze Buch und damit wird es schwer von Realität und übersteigertem Selbstinteresse zu unterscheiden. Aber genau das ist auch die große Frage in dem Buch. Wer lügt und rückt sich damit in ein besseres Licht, wie die anderen. Auch die Erzählungen aus der Vergangenheit weisen manche Logiklücken auf und man kann nie wissen, ob hier alles objektiv und reflektiert ausgewertet wird, oder nur schlicht und einfach gelogen ist.
Was ich richtig gut fand, waren allerdings die Einblicke in die Verlagswelt und die Buchbranche allgemein. Meine Herren, so wie SocialMedia dich fördern kann, genauso schnell hast du deinen Ruf verloren und damit gefühlt alles. Ich weiß nicht, ob June hier an mancher Stelle etwas überdramatisch reagiert oder erzählt, aber vorstellen kann ich mir das nur allzu gut. Auch werden die kulturellen Hintergründe und Rassismus auf eine sehr spezielle Art besprochen und ausgewertet und auch damit hat sich June keine Freunde gemacht. Ich habe nebenbei auch immer die Kommentare auf Reado gelesen und ja, manchem stimme ich zu und für viele Sachen bin ich wahrscheinlich zu alt, um das zu verstehen. Klar, das Buch quillt über mit Schubladendenken und Klischees, aber gewisse Vorurteile wurden recht eindeutig untermauert. Nichts desto trotz bekommt man an manchen Stellen eine unabdingbare Wut auf June, die sich viele moralische Fragen stellt, aber nicht bis zum Ende denkt und handelt. Das erweckt oft den Eindruck, dass das Buch zu oberflächlich alles abhandelt, aber wenn die Soziale Welt um uns tatsächlich so feinfühlig und missgünstig ist, ist das eventuell besser für die Autorin (R.F. Kuang) sich nicht rigoroser zu positionieren. Wir wollen ja nicht den nächsten Buchbubble-Skandal und wieder eine Autorin steinigen, oder?
Schlussendlich muss ich sagen, das ich das Buch und die Themen die darin angesprochen wurden nicht schlecht fand. Kritik kann ich nur über die Längen äußern und das es etwas eintönig wurde, immer wieder Junes Gejammere zu vernehmen. Aber die Idee sehr interessant, leider nicht bis zum Ende argumentiert. Ob nun Selbstschutz oder absichtlich nicht bis zum Schluss positioniert, jeder darf eine Meinung haben und sich selbst darüber den Kopf zerbrechen!

Meinung:
June und ihre Freundin Athena sind Autorinnen und Freundinnen. Nachdem Athena plötzlich stirb, klaut June ihr Manuskript und veröffentlicht das Buch unter ihrem Namen um auch so einen grandiosen Erfolg zu haben wie Athena. Bloß welche Fragen werden dabei eröffnet? Ab wann spricht man von einem Plagiat? Wo beginnt geistiger Diebstahl? Braucht es die richtige Hautfarbe um gewisse politische Themen in die Hand zu nehmen? Wie dünn wird die Luft für Autorinnen, die es bis nach ganz oben geschafft haben, tatsächlich? Ist die Buchbranche ein riesengroßes Haifischbecken? Was macht SocialMedia mit unserer Gesellschaft? Und was wird schlussendlich aus June und ihrem Buch?
Wenn ich wüsste, wie ich mit dieser Rezi anfangen soll, wäre die schon lange fertig. June ist eine so egoistisch, unbelehrbare, fixierte, unkreative und vor allem unsympathische Protagonistin, sodass mich das Buch total zwischen die Stühle gebracht hat. Auf der einen Seite ist man dermaßen von diesen Charaktereigenschaften genervt, dass man ihr alles schlechte wünscht, andererseits sind ihre Gründe stellenweise völlig nachvollziehbar und schon ein wenig berechtigt. Rein moralisch gesehen, findet ihr viele Dinge, um die sich streiten lässt, aber genau das hat mich am Ball gehalten. Mich hat schon interessiert, ob alles rauskommt und wie es ihr auf die Füße fällt. Ich fand dabei auch den Schreibstil richtig gut, er hatte Humor, war einleuchtend, nicht zu durcheinander und schön strukturiert. Gut, wie in jedem Buch der Autorin gibt es sogar hier kleine Längen, aber das lag hauptsächlich an den langen Kapiteln und den jammervollen Bemitleidungen Junes, wie sie von einer Depression in die Nächste fällt. Das hat sich für mich ein wenig zu oft wiederholt, was dem Ganzen aber seinen melancholischen Nachdruck verliehen hat. Nur mag man June einfach nicht und deshalb hat man auch kein Mitleid und ist genervt. Dabei muss man dazu sagen, dass Athena auch nicht so sympathisch rüberkommt und man sich schlecht entscheiden kann. Aber Athena ist durch ihren Tod schlecht handlungsfähig und kann sich beim Leser nicht beliebter machen, was June wirklich versucht, damit alles nur noch schlimmer macht. Ihre Ich-Perspektive begleitet uns das ganze Buch und damit wird es schwer von Realität und übersteigertem Selbstinteresse zu unterscheiden. Aber genau das ist auch die große Frage in dem Buch. Wer lügt und rückt sich damit in ein besseres Licht, wie die anderen. Auch die Erzählungen aus der Vergangenheit weisen manche Logiklücken auf und man kann nie wissen, ob hier alles objektiv und reflektiert ausgewertet wird, oder nur schlicht und einfach gelogen ist.
Was ich richtig gut fand, waren allerdings die Einblicke in die Verlagswelt und die Buchbranche allgemein. Meine Herren, so wie SocialMedia dich fördern kann, genauso schnell hast du deinen Ruf verloren und damit gefühlt alles. Ich weiß nicht, ob June hier an mancher Stelle etwas überdramatisch reagiert oder erzählt, aber vorstellen kann ich mir das nur allzu gut. Auch werden die kulturellen Hintergründe und Rassismus auf eine sehr spezielle Art besprochen und ausgewertet und auch damit hat sich June keine Freunde gemacht. Ich habe nebenbei auch immer die Kommentare auf Reado gelesen und ja, manchem stimme ich zu und für viele Sachen bin ich wahrscheinlich zu alt, um das zu verstehen. Klar, das Buch quillt über mit Schubladendenken und Klischees, aber gewisse Vorurteile wurden recht eindeutig untermauert. Nichts desto trotz bekommt man an manchen Stellen eine unabdingbare Wut auf June, die sich viele moralische Fragen stellt, aber nicht bis zum Ende denkt und handelt. Das erweckt oft den Eindruck, dass das Buch zu oberflächlich alles abhandelt, aber wenn die Soziale Welt um uns tatsächlich so feinfühlig und missgünstig ist, ist das eventuell besser für die Autorin (R.F. Kuang) sich nicht rigoroser zu positionieren. Wir wollen ja nicht den nächsten Buchbubble-Skandal und wieder eine Autorin steinigen, oder?
Schlussendlich muss ich sagen, das ich das Buch und die Themen die darin angesprochen wurden nicht schlecht fand. Kritik kann ich nur über die Längen äußern und das es etwas eintönig wurde, immer wieder Junes Gejammere zu vernehmen. Aber die Idee sehr interessant, leider nicht bis zum Ende argumentiert. Ob nun Selbstschutz oder absichtlich nicht bis zum Schluss positioniert, jeder darf eine Meinung haben und sich selbst darüber den Kopf zerbrechen!

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