Rezension Konklave - Robert Harris -
Rezension Konklave
- Robert Harris -
Eine spannende Papstwahl, wo der Film am Wochenende sogar einen Oscar mitnehmen durfte!

Titel: Konklave
Autor: Robert Harris
Verlag: Heyne Verlag
Übersetzung: Wolfgang Müller
Erscheinungstag: 31.10.2016
Seitenzahl: 352 Seiten
Format: Taschenbuch
Stand alone
Inhalt:
Meinung:
Jenny hat auf ihrem Discord-Kanal zur Leserunde gerufen und da ich alle Bücher von Robert Harris zwar besitze, aber noch längst nicht alle gelesen habe, habe ich mich rasch angeschlossen. Dazu kommt noch, dass dieses Buch verfilmt wurde und dieses Jahr für 8 Oscars nominiert war. Leider wurde nur Einer mitgenommen, aber dafür in dem Fall der Wichtigste. Nachdem Lesen dieser spannenden Seiten kann ich sagen, dass die Buchvorlage zum Film diesen Award für "das beste adaptierte Drehbuch" (Screenplay) redlich verdient hat. 5 Abschnitte, 5 Tage und dazwischen die Oscarverleihung haben mich maximal auf den Film vorbereitet und ich freue mich, diesen jetzt schauen zu können... Aber zum Buch, denn da werden wir schon im ersten Kapitel mit dem Tod des Papstes in eine beklemmende Situation geschubst. Alle versammeln sich und es war für mich sehr interessant zu lesen, welche Richtlinien und Abläufe eingehalten werden müssen, damit die Kirche weder in Verruf kommt, noch jemand einen Anstoß daran findet. Das Buch spielt in der jetzigen Zeit und gerade die Gedanken, wie das den Medien gezeigt wird war für mich schon spannend. Dann geht es aber in die vollen und nach der Beerdigung wird das Konklave für die Wahl des neuen Papstes eingeleitet und geplant. Hier ebenso interessante Gedanken über die Abdichtung der Fenster, damit auch mit Drohnen nichts von den Abstimmungen nach draußen dringt und wie sogar die Abhörung über Schwingungen der Fenster diskutiert wird. Es finden sich 117 Kardinäle aus allen Ländern zusammen und werden in zugeteilte Zimmer in der Casa Santa Maria untergebracht und schon hier merkt man an den ganzen Beschreibungen, dass jeder Kardinal etwas Verborgenes in sich trägt. Nicht nur die offensichtlichen Fehler, die jeder in seinem Leben begangen hat, auch schafft es Robert Harris eine Stimmung hervorzurufen, die so geheimnisvoll und bedrückend ist, dass man sich automatisch etwas unwohl in seiner Haut fühlt. Klar, die ganzen, Namen, Stände und Schandtaten waren zu Anfang etwas viel, aber schnell kristallisiert sich heraus, auf wen es Sinn macht mehr Augenmerk zu legen und wer die Favoriten sind. In letzter Minute findet sich auch noch Benitez ein, der ein riesen Geheimnis um seine Person mitbringt. Der Papst hat ihn in letzter Minute im Geheimen zum Kardinal erwählt und somit mischt er das ganze Spiel noch einmal auf. 118 sind es jetzt insgesamt und wusstet ihr, dass es mittlerweile 136 wahlberechtigte Kardinäle wären, wenn bei uns jetzt ein Konklave stattfinden würde. So folgen wir nun den strukturierten Abläufen und den unzähligen Wahlgängen und mit jedem Kapitel kommen neue Entblößungen, Skandale und Diskussionen auf, die die Wahl nicht nur erschweren, sondern auch die Favoriten aufs beträchtliche minimieren. Ich fand es durchgängig spannend und die anfänglichen Schwierigkeiten, durch die verschiedenen Ämter und Namen, habe sich recht schnell gelegt. Die letzten beiden Abschnitte waren für mich richtige Renner und im Nu war man mit dem Buch durch. By the Way, ein grandioses Ende mit dem ich nur bedingt gerechnet habe. Ich habe doch recht viel gelernt durch dieses Buch, was den Prozess rund um die Papstwahl angeht. Zum Beispiel wusste ich auch nicht, dass jeder Papst seinen Namen dann schlussendlich selbst wählen darf und nicht den Geburtsnamen belässt.Jetzt freue ich mich auf die filmische Umsetzung und bin gespannt, ob das Ende sich hier mit dem Buch deckt oder ob Hollywood wieder zu viel drauf gepackt hat.

Meinung:

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